9. Dezember 2016

Mucker feiern legendäre Kerb 2016

Von Moritz Holl

Was war dies wie­der für eine sen­sa­tio­nel­le Kerb!? Es gab wie­der Neu­es, bewähr­tes Altes und in der Sum­me viel Gutes! Klar, dass die dies­jäh­ri­ge Kerb – pas­send zum Mot­to “Nacht der Legen­den” – legen­där wer­den muss­te! Doch nun der Rei­he nach.

Seit Jah­ren ist die Ver­nis­sa­ge der Künst­ler­grup­pe “Schup­pen­art” die ers­te offi­zi­el­le Ver­an­stal­tung zur Arheil­ger Kerb. Die­se fand auch in die­sem Jahr wie­der im Auto­haus Ren­ker statt, wo sich vie­le bekann­te Gesich­ter tra­fen und über Dies und Das aus­tausch­ten. Par­al­lel zu die­ser Ver­nis­sa­ge wur­de anders­wo im Ort jedoch noch flei­ßig gear­bei­tet: Im Löwen-Saal lie­fen, nach­dem bereits am Mon­tag mit den ers­ten Auf­bau­ten begon­nen wur­de, die letz­ten Vor­be­rei­tun­gen für die dies­jäh­ri­ge Kerb. Die Tische wur­den in ihre fina­le Posi­ti­on gestellt und die letz­ten Deko­ra­tio­nen ver­teilt, ehe die Kerb­mann­schaft kom­plett war und für die Gene­ral­pro­be von Pro­gramm und Tanz bereit stand.

Am Kerb­frei­tag traf sich die Kerb­mann­schaft tra­di­tio­nell im Hau­se Lutz, um sich bei einem gemein­sa­men Abend­essen zu stär­ken und für die Kerb auch ein­zu­stim­men. Hier wur­den nun auch Hüte und Schär­pen aus­ge­ge­ben, so dass nun jeder wuss­te: “Jetzt geht es los!” Mit allen Mann ging man nun gemein­sam in die Auf­er­ste­hungs­ge­mein­de zum jähr­li­chen Kerb­got­tes­dienst. In sei­ner Pre­digt erläu­ter­te Pfar­rer Marx noch­mals den Ursprung der Kerb (ehem.: Kirch­weih) und zeigt auf, wofür sie heu­te steht. Kerb wird heu­te nicht mehr im engen Sin­ne dafür gefei­ert, dass mal eine Kir­che ein­ge­weiht wur­de. Sie steht für etwas ande­res. Sie steht dafür, dass die Men­schen näher zusam­men­rü­cken. Dass sie gemein­sam Fei­ern, Spaß haben und die All­tags­sor­gen mal außen vor las­sen kön­nen – wie Bal­sam für die Seele.

Nach dem Got­tes­dienst star­te­te die “Kerb­ka­ra­wa­ne”. Mit dem Kerb­kranz auf den Schul­tern lief man von der Mes­se­ler- über die Unte­re Mühl­stra­ße zum Löwen­platz, wo der Kerb­kranz nun an sei­nen bestim­mungs­ge­mä­ßen Ort kam: An die Spit­ze des Fah­nen­mas­tes, so dass nun auch weit­hin sicht­bar war: “Die Oar­hell­jer Kerb is’ do!” Nach einem kur­zen Kranz­spruch ver­la­ger­te sich das Gesche­hen in den Löwen­saal hin­ein. Auf den tra­di­tio­nel­len Bier­an­stich, wel­cher durch Schirm­her­ren Tho­mas Schmidt mit 4 Schlä­gen durch­ge­führt wur­de, folg­te gleich die Kerb­re­de. Nach einer kur­zen Umzieh­pau­se, in wel­cher Gast­grup­pen wie die “Darm­stadt Dia­monds Cheer­lea­der” ihr Kön­nen bewie­sen, prä­sen­tier­te die Kerb­mann­schaft ihren Kerb­tanz 2016, wel­cher wäh­rend der ver­gan­ge­nen fünf Wochen vor der Kerb gemein­sam mit dem Kerb­pro­gramm ein­stu­diert wur­de. Dass nicht nur die Trai­ne­rin­nen auf das Ergeb­nis stolz sein dürf­ten, zeig­te der rie­si­ge Applaus, wel­cher aus dem Saa­lin­ne­ren auf die Büh­ne schwapp­te. Küss­chen und Blu­men für die Trai­ne­rin­nen, ein klei­nes Zwi­schen­ge­tränk, kur­ze Zuga­be und Büh­ne frei für “Sta­ge Diva”, wel­che den rest­li­chen Abend für die musi­ka­li­sche Unter­ma­lung sorg­ten und den Löwen­saal in eine Kon­zert­hal­le verwandelten.

Am Sams­tag­mor­gen stan­den gleich drei Pro­gramm­punk­te für die Kerb­mann­schaft an. Zunächst traf man sich zum gemein­sa­men Früh­stück bei unse­rem Kerb­borsch Max, um gemein­sam in den Tag zu star­ten. Hier sei der Tisch-Kerb­kranz zu erwäh­nen, wel­cher dem Früh­stück gleich den rich­ti­gen Rah­men ver­lieh. Im Anschluss dar­an fuh­ren wir nach Kra­nich­stein. Hier fei­er­te unser ehe­ma­li­ger Schirm­herr Wil­helm Kins in den Räum­lich­kei­ten der GHV sei­nen Geburts­tag. Wir lie­ßen es uns natür­lich nicht neh­men, hier zu gra­tu­lie­ren und haben einen Pro­gramm­punkt aus dem dama­li­gen Kerb­pro­gramm mit­ge­bracht, wel­cher für vie­le Lacher sorg­te. Lei­der konn­ten wir nicht lan­ge blei­ben, schließ­lich muss­ten wir wie­der nach Arheil­gen zurück, um die neu­en Kerb­mäd­sche und ‑bor­sche nach gutem Brauch mit ech­tem Ruth­sen­bach­was­ser zu tau­fen. Nach der Tau­fe stand auch schon der Senio­ren­nach­mit­tag auf den Plan. Die­se Ver­an­stal­tung rich­tet sich an die erfah­re­ne­ren Kerb­gän­ger, wel­che sicher­lich eini­ge Geschich­ten erzäh­len kön­nen. Bei Kaf­fee und Kuchen nahm das bun­te Trei­ben im Löwen­saal sei­nen Lauf und es gab neben dem Kerb­tanz noch wei­te­re Pro­gramm­punk­te zu bestaunen.

Nach dem Senio­ren­nach­mit­tag ist vor dem Pro­gramm: Tische und Stüh­le im Saal weg­räu­men, Platz zum Tan­zen schaf­fen. Nach dem klei­nen Umbau war der Saal bereit für das dies­jäh­ri­ge Kerb­pro­gramm, wel­ches unter dem Mot­to “Nacht der Legen­den” stand. Zunächst wur­den die Ver­eins­mit­glie­der auf der Büh­ne bei einem klei­nen Umtrunk begrüßt, ehe der Saal offi­zi­ell öff­ne­te. Nach­dem die letz­ten Requi­si­ten plat­ziert und Kos­tü­me vor­be­rei­tet waren, konn­te die Kerb­mann­schaft in den Saal ein­lau­fen und sich zei­gen. Es war der rei­ne Wahn­sinn, wie voll der Saal bereits vor dem ers­ten Pro­gramm­punkt war – so etwas gab es bis­her noch nicht und zeigt uns, dass wir mit der Art und Wei­se unse­res Pro­gram­mes die Geschmä­cker treffen.

In zwei Blö­cken wur­de an bereits ver­stor­be­ne Musik­le­gen­den erin­nert und sie – mit selbst­ge­schrie­be­nen Tän­zen – noch­mals auf die Büh­ne gebracht. Der Mix aus Mode­ra­ti­on, Show und Tanz war ein vol­ler Erfolg, so dass auch die klei­ne­ren Ton­pro­ble­me zum Pro­gramm­be­ginn schnell ver­ges­sen waren. Wäh­rend den Pau­sen und nach dem Pro­gramm erle­dig­te “Die Two-Men-Show” das Übri­ge, so dass bis tief in die Nacht noch gemein­sam getanzt und gesun­gen wer­den konnte.

Für den ein oder ande­ren star­te­te der Kerb­sonn­tag viel­leicht etwas ver­ka­tert, doch das war schnell wie­der ver­ges­sen, schließ­lich stand der Früh­schop­pen im Löwen an. Erst­ma­lig wur­de in die­sem Jahr hier­bei eine Bier­pro­be durch die Darm­städ­ter Braue­rei ange­bo­ten, wel­che posi­tiv ange­nom­men wurde.

Wäh­rend der His­to­ri­sche Rund­gang bereits unter­wegs war, star­te­te im Gold­nen Löwen die Ker­bolym­pia­de. Ins­ge­samt 10 Mann­schaf­ten aus Nah und Fern tra­ten in unter­schied­lichs­ten Wett­kämp­fen gegen­ein­an­der an und kämpf­ten um den Kerb­po­kal. Am Ende des Tages war es – wie wir es uns gewünscht haben – eine mor­tz Gaudi!Der Pokal geht in die­sen Jahr an eine Arheil­ger Grup­pe. Mit einem Vor­sprung von gera­de ein­mal 5 Pünkt­chen konn­ten sich die “Ama­zing­U­ni­corns” den Sieg sichern und zei­gen, was “Frau­en­power” wirk­lich bedeutet!

Der Kerb­mon­tag star­te­te mit dem Hand­wer­ker­früh­schop­pen ganz gewöhn­lich. Es bleibt jedoch zu erwäh­nen, dass es auch heu­te noch Arheil­ger Unter­neh­men gibt, wel­che an die­sem Tag “Betriebs­frei” haben und mit ihren Mit­ar­bei­tern auf die Kerb gehen. In der heu­ti­gen Zeit sicher­lich nicht selbst­ver­ständ­lich und daher durch­aus lobens­wert! Am Abend konn­te die Band “Hai Fly” den Saal noch­mal zum Beben brin­gen und rock­te die “After-Kerb-Par­ty” so rich­tig. “Bes­ter Mon­tag­abend über­haupt!”, war von diver­sen Per­so­nen zu hören.

Die Kerb wur­de am Diens­tag dann tra­di­tio­nell durch den Kin­der­nach­mit­tag abge­run­det. Der Löwen­saal ver­wan­del­te sich hier­bei zur Spiel­wie­se und der Mit­mach­zir­kus “Hal­lö­chen” ani­mier­te zu gemein­sa­men Aktivitäten.

Spä­tes­tens als dann um 18 Uhr der Kerb­kranz wie­der ein­ge­holt wur­de und das Lied “Die Oar­hell­jer Kerb war do” erklang war es das auch schon wie­der in die­sem Jahr. Am Mitt­woch noch ein Arbeits­ein­satz, um den Saal wie­der in sei­nen Ursprungs­zu­stand zurück zu set­zen, und die Kerb ist wirk­lich vorbei.

Wir hof­fen, dass wir in die­sem Jahr wie­der vie­le neue Freun­de für die Oar­hell­jer Kerb gewin­nen konn­ten und freu­en uns bereits jetzt schon rie­sig auf die Mucker­kerb im Jah­re 2017!