7. November 2026

MUCKERWEEN in Oarhellje – eine schaurig schöne Kerb!

Von Moritz Holl

Eini­ge Tage sind seit der Oar­hell­jer Kerb nun ver­gan­gen, doch die Erin­ne­run­gen an ein rund­um gelun­ge­nes Wochen­en­de zau­bern allen Betei­lig­ten noch immer ein Lächeln ins Gesicht. Unter dem Mot­to „MUCKERWEEN – eine schau­rig schö­ne Kerb“ fei­er­ten die Oar­hell­jer vom 29. Okto­ber bis zum 3. Novem­ber 2026 ein­mal mehr ihre gelieb­te Kerb und damit auch das größ­te Event im Ort.

Dabei begann die Arbeit hin­ter den Kulis­sen bereits lan­ge vor der eigent­li­chen Kerb. Schon eine Woche vor­her roll­ten am Sams­tag die ers­ten LKW und Trans­por­ter an, um etli­che Ladun­gen an Mate­ri­al, Deko und Tech­nik ins Bür­ger­haus „Zum Gold­nen Löwen“ zu schaf­fen. Eine der Tou­ren führ­te sogar bis nach Aschaf­fen­burg, um alles Not­wen­di­ge auch vor Ort zu haben. Mit unglaub­lich viel Klein­ar­beit und Lie­be zum Detail wur­de der Löwen-Saal her­aus­ge­putzt und für das kom­men­de Wochen­en­de vorbereitet.

 

Doch nun der Rei­he nach

Der inof­fi­zi­el­le Auf­takt erfolg­te dann am Mitt­woch, den 28. Okto­ber. Hier gab es eine klei­ne, fei­ne Eröff­nung im inti­men Rah­men: Beim tra­di­tio­nel­len Mit­glie­der- und Spon­so­ren­emp­fang durf­ten die gela­de­nen Gäs­te einen exklu­si­ven Blick hin­ter die Kulis­sen wer­fen. Auch wenn der Saal zu die­sem Zeit­punkt noch nicht ganz fer­tig war, stand das Wesent­li­che im Mit­tel­punkt: Das rie­si­ge Dan­ke­schön an all unse­re Part­ner, Spon­so­ren und treu­en Mit­glie­der. Ohne die­ses groß­ar­ti­ge Fun­da­ment wäre eine Ver­an­stal­tung die­ser Grö­ßen­ord­nung schlicht­weg unmöglich!

 

Der kul­tu­rel­le Start­schuss für die Öffent­lich­keit fiel schließ­lich am Don­ners­tag, den 29. Okto­ber. Die Künst­ler­grup­pe „Schup­pen­Art“ eröff­ne­te in der „Scheu­nen­ga­le­rie auf Zeit“ ihre Ver­nis­sa­ge unter dem Mot­to „Kunst­ge­sicht“. Ein wun­der­bar locke­rer und stim­mungs­vol­ler Auf­takt für die Kerb­ta­ge! Wäh­rend drau­ßen noch über die Kunst­wer­ke phi­lo­so­phiert wur­de, ging es drin­nen im Löwen bereits hoch her: Die Kerb­mann­schaft schwitz­te bei der fina­len Gene­ral­pro­be für das Show­pro­gramm, um den letz­ten Schliff für die kom­men­den Aben­de zu set­zen, so dass am Ende alle Abläu­fe sit­zen sollten.

 

Am Frei­tag, den 30. Okto­ber, ging es dann „rich­tig“ los! Den fei­er­li­chen Auf­takt bil­de­te um 18:00 Uhr der öku­me­ni­sche Kerb­got­tes­dienst in der Auf­er­ste­hungs­kir­che mit stim­mungs­vol­len Für­bit­ten und der Seg­nung des Kerb­kran­zes. Im Anschluss zog die Kerb­ge­sell­schaft gemein­sam zum Löwen­platz, wo der Kranz unter zahl­rei­chen Augen und anschlie­ßen­dem Applaus gehisst wur­de – nun war es auch für ganz Arheil­gen unüber­seh­bar: Die Oar­hell­jer Kerb is do!

Nach dem Kranz­spruch ver­la­ger­te sich das Gesche­hen in den Löwen­saal zur offi­zi­el­len Eröff­nung. Der dies­jäh­ri­ge Schirm­herr Tho­mas Stetz, Prä­si­dent der SG Arheil­gen, bewies beim Bier­an­stich ech­te Rou­ti­ne und meis­ter­te die Auf­ga­be bravourös.

Im Anschluss trat Ker­we­vad­der Achim Horn­eff ans Mikro­fon. Sei­ne Kerbre­de beleuch­te­te gewohnt wort­ge­wandt und treff­si­cher die klei­nen und gro­ßen Anek­do­ten des Arheil­ger Orts­ge­sche­hens sowie der städ­ti­schen Lokal­po­li­tik. Doch die­ses Mal lag ein ganz beson­de­rer Schlei­er über den Wor­ten, denn Achim Horn­eff kün­dig­te mit einem emo­tio­na­len Reim das Ende einer Ära an:

„Im nächs­ten Jahr – ihr werdet’s seh’n,

werd’ ich bei euch dort unten seh’n

und sehn­süch­tig nach oben schau’n,

denn heu­te endet hier mein Kerwevaddertraum!“

Ehe Weh­mut auf­kam, gab es jedoch noch Grund zum Jubeln: Ker­weborsch Jan­nis Braun stand in die­sem Jahr zum 10. Mal aktiv auf der Kerb­büh­ne! Für die­ses Enga­ge­ment wur­de er gebüh­rend in den Kreis der „Gol­den Boys“ auf­ge­nom­men und mit der gol­de­nen Scher­pe geehrt.

Danach folg­te die lang ersehn­te Pre­mie­re des Kerb­tan­zes 2026. Trai­ne­rin Chia­ra hat­te mit der Trup­pe gan­ze Arbeit geleis­tet und eine Tanz­ein­la­ge auf die Büh­ne gebracht, die sich sehen las­sen konn­te. Den per­fek­ten Schluss­punkt unter den Frei­tag­abend setz­te die Cover­band „Just Dex­ter“, die den Saal ordent­lich ein­heiz­te und bis tief in die Nacht für aus­ge­las­se­ne Stim­mung sorgte.

 

Am Sams­tag, den 31. Okto­ber – pas­sen­der­wei­se direkt am Hal­lo­ween-Tag – star­te­te der Nach­mit­tag gewohnt gemüt­lich und tra­di­tio­nell mit dem Senio­ren­nach­mit­tag. Bei frei­em Ein­tritt, duf­ten­dem Kaf­fee und lecke­rem Kuchen ver­brach­ten die älte­ren Mucke­rin­nen und Mucker gesel­li­ge Stun­den im Bür­ger­haus. Ker­weo­pa Jür­gen führ­te rou­ti­niert durch das bun­te Rah­men­pro­gramm: Neben musi­ka­li­scher Beglei­tung von Kai Luley an den Tas­ten und Bewe­gungs­ein­la­gen mit Gud­schi ver­zau­ber­ten die Tanz­grup­pen der SG Arheil­gen – die Blos­soms, Pea­nuts, Drea­mers und Smas­hing Dancers – das Publi­kum. Auch die Kerb­mann­schaft zeig­te hier bereits ers­te Aus­schnit­te aus dem abend­li­chen Programm.

Zur bes­ten Sen­de­zeit am Sams­tag­abend folg­te das gro­ße Show­pro­gramm der Oar­hell­jer Kerb­mann­schaft unter dem Mot­to „MUCKERWEEN – eine schau­rig schö­ne Kerb“! Das gesam­te Pro­gramm wur­de von der 16-köp­fi­gen Kerb­mann­schaft in Eigen­re­gie ent­wor­fen, geschrie­ben und cho­reo­gra­fiert. Vier Wochen vor der Kerb ging es dafür ins inten­si­ve Trai­nings­la­ger, wo die Tän­ze und Sket­che den Fein­schliff erhiel­ten, ehe alles in den fol­gen­den Wochen bis zur Kerb per­fek­tio­niert wur­de. Die Mühe zahl­te sich aus: Schau­rig schö­ne Tän­ze, humor­vol­le Sket­che und krea­ti­ve Show-Ele­men­te mach­ten den Abend extrem kurz­wei­lig und begeis­ter­ten das Publi­kum in gewohn­ter Art und Weise!

Doch Kerb ist bekannt­lich auch ein Wech­sel­bad der Gefüh­le. Nach dem toben­den Applaus folg­te der emo­tio­na­le Teil des Abends: Der Abschied von ver­dien­ten Mit­glie­dern der Kerb­mann­schaft. Mit Jan­nis Braun (10 Jah­re) und Arthur Hänisch (11 Jah­re) wur­den zwei fes­te Stüt­zen der Trup­pe in den wohl­ver­dien­ten Ruhe­stand ver­ab­schie­det. Ein Rück­blick­vi­deo ließ noch ein­mal all die wit­zi­gen, ver­rück­ten und schö­nen Momen­te der ver­gan­ge­nen Jah­re Revue passieren.

Und dann wur­de es rich­tig emo­tio­nal: Nach sagen­haf­ten 21 Jah­ren in der Kerb­mann­schaft – davon 15 Jah­re als Ker­we­vad­der – reich­te Achim Horn­eff sein Amt und den sprich­wört­li­chen Hut wei­ter. Als Über­ra­schung für die­sen bei­spiel­lo­sen Ein­satz hat­te die aktu­el­le Kerb­mann­schaft gemein­sam mit ehe­ma­li­gen Weg­ge­fähr­ten einen eigens ein­stu­dier­ten Abschieds­tanz auf die Büh­ne gebracht. Da blieb im Saal kaum ein Auge trocken.

Nach all den Freu­den­trä­nen über­nahm die „Two-Man-Show“ das musi­ka­li­sche Zep­ter und ver­wan­del­te den Löwen bis in die frü­hen Mor­gen­stun­den in eine mit­rei­ßen­de Partymeile.

 

Der Sonn­tag­mor­gen, 1. Novem­ber, gehör­te den kleins­ten Muckern: Bei der Kin­der­kerb ver­wan­del­te sich der Löwen­saal in ein Tobe­pa­ra­dies. Ob beim Dosen­wer­fen, am hei­ßen Draht oder beim But­tons-Bas­teln – an zahl­rei­chen Mit­mach-Sta­tio­nen herrsch­te reger Betrieb. Wer eine vol­le Stem­pel­kar­te vor­wei­sen konn­te, durf­te sich schließ­lich über eine süße Über­ra­schung freuen!

Etwas spä­ter sam­mel­te sich vor den Türen des Bür­ger­hau­ses eine statt­li­che Men­schen­trau­be: Anja Her­del und Die­ter Wen­zel baten zum his­to­ri­schen Rund­gang. Unter dem Mot­to „Weck, Worschd unn Woi, Bäcker, Metz­ger, Wirts­leu­te“ führ­ten die bei­den die vie­len inter­es­sier­ten Spa­zier­gän­ger durch Arheil­gen und wuss­ten wie­der aller­hand Span­nen­des aus der Geschich­te des Ortes zu berichten.

Am Nach­mit­tag wur­de es im Saal wie­der sport­lich-ehr­gei­zig: Sie­ben Teams aus der Arheil­ger Ver­eins­welt und dem Umkreis tra­ten an, um in ver­schie­de­nen Dis­zi­pli­nen um Ruhm, Ehre und den begehr­ten Wan­der­po­kal zu kämp­fen. Die Titel­ver­tei­di­ger „Die Frei­wil­li­gen“ hat­ten das Schmuck­stück nach einem klei­nen Ver­lust im Vor­feld glück­li­cher­wei­se noch recht­zei­tig aus­ge­löst, sodass der Pokal pünkt­lich bereitstand.

Es ent­wi­ckel­te sich ein packen­des Kopf-an-Kopf-Ren­nen an der Spit­ze! Die Plät­ze 1 bis 4 lagen so dicht bei­ein­an­der, dass erst zwei direk­te Ste­chen die Ent­schei­dung brin­gen konn­ten. Am Ende tri­um­phier­te die Oar­hell­jer Alt-Kerb­mann­schaft, womit der Pokal auch in die­sem Jahr in Arheil­gen bleibt – und die­ses Mal hat er es auch mit dem rich­ti­gen Team nach­hau­se geschafft. Im Anschluss sorg­te „DJ Roman“ für einen gemüt­li­chen und gesel­li­gen Aus­klang des Sonntagabends.

 

Der Kerb­mon­tag, 2. Novem­ber, begann gewohnt ent­spannt: Der Früh­schop­pen „zum schma­len Taler“ lock­te zahl­rei­che Früh­auf­ste­her zu ver­güns­tig­ten Prei­sen in den gut gefüll­ten Löwensaal.

Am spä­ten Nach­mit­tag lud der Arheil­ger Geschichts­ver­ein zu einem inter­es­san­ten Gast­bei­trag ein: Bei einer Lesung rund um das The­ma „Arheil­ger Sport­ver­ei­ne“ konn­te man wun­der­bar in Erin­ne­run­gen schwelgen.

Am Abend folg­te dann das musi­ka­li­sche Fina­le der Kerb 2026: Die regio­nal bes­tens bekann­te Cover­band „redio­stix“ zün­de­te noch ein­mal ein wah­res Par­ty­feu­er­werk und brach­te den Saal ein letz­tes Mal zum Beben!

 

Am Diens­tag, den 3. Novem­ber, neig­te sich das Fest dem Ende zu. Wäh­rend drau­ßen auf dem Kerb­platz die Fahr­ge­schäf­te ein letz­tes Mal ihre Run­den dreh­ten und Groß und Klein anlock­ten, begann im Löwen­saal bereits der gro­ße Rückbau.

Um 18:00 Uhr schlug schließ­lich die trau­rigs­te Stun­de der Woche: Die Kerb­be­er­di­gung. Unter weh­mü­ti­gen Bli­cken der Anwe­sen­den wur­de der Kerb­kranz her­ab­ge­las­sen und sym­bo­lisch zu sei­ner letz­ten Ruhe­stät­te getra­gen. Am dar­auf­fol­gen­den Mitt­woch roll­ten die LKW erneut an, trans­por­tier­ten das gesam­te Mate­ri­al ab und hin­ter­lie­ßen einen lee­ren Saal – so, als wäre nie etwas gewesen.

 

Dan­ke Oar­hell­je – Save the Date!

Wir bli­cken mit einem wei­nen­den und einem lachen­den Auge auf die Oar­hell­jer Kerb 2026 zurück. Wie ein­gangs bereits erwähnt, gilt ein rie­si­ges Dan­ke­schön allen Spon­so­ren, Part­nern, Ver­ei­nen und pri­va­ten Hel­fern für die Über­nah­me der Schich­ten sowie für die mate­ri­el­le und finan­zi­el­le Unter­stüt­zung. Ohne euren uner­müd­li­chen Ein­satz ist ein sol­ches Gro­ße­vent schlicht­weg nicht mach­bar! Vie­len Dank euch allen!

Und für alle, die jetzt schon Weh­mut ver­spü­ren: Die Vor­freu­de auf das kom­men­de Jahr star­tet genau jetzt: Die Oar­hell­jer Kerb 2027 fin­det vom 28. Okto­ber bis 2. Novem­ber statt!

Wenn ihr auch zu den Gäs­ten der Kerb gehört habt und es euch so gut gefal­len hat wie uns, dann könnt auch ihr unser gemein­sa­mes Pro­jekt, die Oar­hell­jer Kerb, ganz ein­fach unter­stüt­zen. Für nur 1 Euro im Monat könnt ihr Mit­glied im Kerb­ver­ein wer­den und zum Gelin­gen zukünf­ti­ger Ver­an­stal­tun­gen bei­tra­gen. Füllt dazu ganz ein­fach und bequem den Mit­glieds­an­trag unter https://www.kerbverein-arheilgen.de/mitgliedsantrag/ aus und wer­det Teil der Gemein­schaft. Wir freu­en uns auf euch!


Vie­len Dank für die Fotos an Kars­ten Chris­ti­an­sen, Mari­us Lin­ker, Uli Gas­per und die Kerbmannschaft!

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Fotos fol­gen!